Lichtkeratose
WAS SIE ÜBER DIESE VERBREITETE PRÄKANZEROSE der Haut WISSEN SOLLTEN
WAS IST DAS?
Eine Lichtkeratose ist Ihnen sicherlich schon irgendwann einmal begegnet. Der Name wird Ihnen vielleicht kein Begriff sein, aber die Erscheinung ist sehr verbreitet. Jeder, der längere Zeit mit Sonnenbaden verbringt, läuft Gefahr, sich diese Hauterkrankung zuzuziehen, eventuell auch mehrmals.
Die Lichtkeratose (auch bekannt als “aktinische Keratose”) ist eine Erkrankung der Haut, bei der sich schuppige oder krustige Erhebungen auf der Hautoberfläche bilden. Die Basis kann hell oder dunkel sein, aber auch hellbraun, rosa, rot oder eine Mischung aus diesen Farben ... oder sie kann dieselbe Farbe aufweisen, wie die Haut. Die Schuppen oder die Kruste sind verhornt, trocken und rauh. Meist wird man eher durch eine Berührung darauf aufmerksam als mit dem Auge. Mitunter können diese Veränderungen auch jucken, stechende Schmerzen oder ein Spannungsgefühl auf der Haut verursachen. Sie können sich auch entzünden und sind dann von einem geröteten Hof umgeben. In seltenen Fällen kann die Lichtkeratose auch bluten.
Die Hautveränderung oder –läsion entwickelt sich sehr langsam und erreicht meist eine Größe von 30 bis 60 mm. Im Frühstadium kann sie auch spontan verschwinden, um später wieder zurückzukehren. Häufig treten mehrere Lichtkeratosen gemeinsam auf.
Die Körperstellen, die am meisten der Sonnenbestrahlung ausgesetzt sind, weisen auch am häufigsten Lichtkeratosen auf, wie z.B. Gesicht, Ohren, Glatze, Hals, Handrücken und Unterarme, Schultern und Lippen. Die Hautläsionen können flach sein und eine rosa Farbe aufweisen oder über das Hautniveau hinausragen und rauh sein.
WARUM IST DIE LICHTKERATOSE GEFÄHRLICH?
Die Lichtkeratose kann der erste Schritt zur Entstehung von Hautkrebs sein. Diese Hautveränderung gilt demnach als ein Vorläufer von Krebs bzw. als Präkanzerose.
Bei rechtzeitiger Behandlung sind fast alle Lichtkeratosen heilbar, bevor sie zu Hautkrebs entarten. Bleiben Sie jedoch unbehandelt, können etwa 2-5% dieser Läsionen zu Plattenepithelkarzinomen fortschreiten. Es gibt Wissenschaftler, die inzwischen die Ansicht vertreten, die Lichtkeratose sei die früheste Erscheinungsform des Plattenepithelkarzinoms. Diese Karzinome sind normalerweise nicht lebensbedrohlich, sofern sie rechtzeitig entdeckt und in einem frühen Stadium behandelt werden. Ist das nicht der Fall, können sie sich vergrößern und in das umgebende Gewebe einwachsen. In seltenen Fällen können sie auch Metastasen bilden, die dann innere Organe befallen.
Eine besonders aggressive Form der Lichtkeratose, die aktinische Chelitis, tritt an den Lippen auf. Sie kann sich zu einer Art Plattenepithelkarzinom entwickeln, das rasch auf andere Körperteile übergreift.
Wenn Sie an Lichtkeratosen leiden, ist das ein Hinweis darauf, daß eine anhaltende Hautschädigung durch Sonnenbestrahlung vorliegt, die sich zu jeder Art von Hautkrebs – nicht nur einem Plattenepithelkarzinom – ausweiten kann. Je mehr Lichtkeratosen vorliegen, desto größer ist die Gefahr, daß eine oder mehrere dieser Läsionen zu Hautkrebs entarten. Es können bis zu 10mal so viele subklinische (mit dem Auge nicht zu erkennende) Läsionen vorliegen, wie sichtbare Hautläsionen.
WIE SIEHT EINE LICHTKERATOSE AUS?
Hier sehen Sie die häufigsten Erscheinungsformen von Lichtkeratosen an den Stellen, an denen sie am meisten auftreten. Untersuchen Sie Ihre Haut regelmäßig selbst auf Veränderungen, wie den hier gezeigten. Sollten Sie eine dieser Veränderungen bei sich feststellen oder irgendeine andere verdächtige Hautveränderung oder sich verändernde Wucherungen der Haut, gehen Sie bitte sofort zum Arzt.
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Handrücken mit versprengten, verdickten, roten schuppigen Flecken. |
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Wange und Ohr mit mehreren verkrusteten Haut-läsionen von roter bis brauner Farbe |
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Sonnengeschädigte Haut auf Stirn und Glatze mit mehreren Lichtkeratosen, hier als kleine rote Erhebungen und kleine hellbraune Krusten zu sehen. |
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Unterlippe mit Rissen, die mit getrocknetem Blut gefüllt sind, und große, mit Schuppen bedeckte Lichtkeratose |
WAS IST DIE URSACHE?
Fast alle Lichtkeratosen sind auf chronische Sonnenexposition zurückzuführen. Die Schädigung der Haut durch die Sonnenbestrahlung akkumuliert mit der Zeit, so daß selbst ein kurzes Sonnenbad zu der im Lauf des Lebens erworbenen Gesamtschädigung beiträgt.
Die Wahrscheinlichkeit, an Lichtkeratose zu erkranken, ist in Äquatornähe am größten. Doch unabhängig vom Klima ist jeder Mensch der Sonneneinstrahlung ausgesetzt. Etwa 80% der UV-Strahlung der Sonne durchdringt die Wolken. Diese Strahlen werden von Sand, Schnee und anderen reflektierenden Flächen zurückgestrahlt und verstärken die UV-Exposition.
Lichtkeratosen können auch nach häufiger Bestrahlung durch künstliche UV-Lichtquellen (wie z.B. in Bräunungsstudios) auftreten. In Einzelfällen wurden Lichtkeratosen auch nach häufigem Kontakt mit Röntgenstrahlen oder bestimmten Industriechemikalien beobachtet.
FÜR WEN IST DAS RISIKO AM HÖCHSTEN?
Menschen mit heller Haut, blonden oder roten Haaren und/oder blauen, grauen oder grünen Augen sind dem größten Risiko ausgesetzt. Die helle Haut enthält wenig schützendes Pigment und ist deshalb sehr anfällig für Sonnenbrand. Doch selbst Menschen mit dunklerer Haut können Lichtkeratosen bekommen, wenn sie ihre Haut ungeschützt der Sonne aussetzen.
Ein höheres Risiko besteht auch bei geschwächtem Immunsystem, z.B. nach chemotherapeutischer Krebsbehandlung, bei AIDS oder nach Organtransplantationen.
WIE VERBREITET IST LICHTKERATOSE?
Die Lichtkeratose ist die häufigste präkanzeröse Hautläsion. Ältere Menschen sind dafür anfälliger als junge, weil die kumulative Exposition gegenüber der Sonnenbestrahlung mit den Jahren wächst. Etwa 50% der Menschen über 50 Jahre hatten bereits eine Lichtkeratose. Manche Experten sind der Ansicht, daß die Mehrheit der 80Jährigen an Lichtkeratose erkranken wird.
Im Durchschnitt findet der größte Teil der Sonnenexposition vor dem 20. Lebensjahr statt. Deshalb können Lichtkeratosen auch bei jungen Menschen Anfang 20 auftreten, die sich zu häufig mit unzulänglichem oder fehlendem Sonnenschutz der Sonnenbestrahlung ausgesetzt haben.
WIE WIRD DIE LICHTKERATOSE BEHANDELT?
Es gibt viele wirksame Methoden zur Beseitigung der Lichtkeratose. Alle verursachen eine gewisse Rötung der Haut, bei manchen bilden sich auch Narben, während die Wahrscheinlichkeit hierfür bei anderen Behandlungsansätzen geringer ist. Sie und Ihr Arzt sollten gemeinsam darüber beraten, welche Behandlung für Ihre Art der Hautschädigung, Ihr Alter und Ihren Gesundheitszustand am besten geeignet ist.
KRYOCHIRURGIE / KRYOTHERAPIE
Das ist die häufigste Form der Behandlung von Lichtkeratosen. Sie ist besonders wirksam, wenn nur eine begrenzte Zahl von Läsionen vorliegt. Die Haut muß nicht aufgeschnitten werden und es ist keine Narkose erforderlich. Die Hautwucherungen werden entweder mit flüssigem Stickstoff besprüht oder mit einem Watteträger abgetupft und auf diese Weise vereist. Die Behandlung führt zu einer Schrumpfung oder Verkrustung der Wucherungen, die schließlich abfallen. Nach der Behandlung kann es vorübergehend zu örtlichen Schwellungen an der behandelten Stelle kommen. Bei dunkelhäutigen Menschen ist ein Pigmentverlust möglich.
KURETTAGE UND DESIKKATION
Diese Methode eignet sich besonders für Hautläsionen, die im Verdacht stehen, ein Hautkrebs im Frühstadium zu sein. Der Art entnimmt eine Gewebeprobe (Biopsie), wozu die Oberschicht der Läsion mit einem Skalpell abgetragen oder mit einer Kürette abgekratzt wird. Die Gewebsprobe wird dann im Labor auf ihre Malignität untersucht. Anschließend wird die Basis der Hautwucherung mit der Kürette abgeschabt und die Blutung mit einer Elektrokaustiknadel gestillt. Dazu ist eine örtliche Betäubung notwendig.
TOPISCHE (ÄUSSERLICH ANZUWENDENDE) MTTEL
Wirkstoffhaltige Cremes und Lösungen sind nützlich zur Beseitigung sichtbarer und unsichtbarer Lichtkeratosen, wenn zahlreiche Hautläsionen vorliegen. Der Patient benutzt die Medikamente genau nach Anordnung des Arztes, der den Behandlungsfortschritt regelmäßig überprüft. Nach der Behandlung können aufgrund der Hautauflösung Beschwerden auftreten.
Cremes oder Lösungen, die 5-Fluorouracil (5-FU) in einer Konzentration von 0,5 bis 5% enthalten, werden am häufigsten für solche topischen Behandlungen verordnet. Besonders gute Resultate erzielt man damit im Gesicht, an den Ohren und am Hals. Leichte Schwellungen und Verkrustungen sind möglich.
Bei Überempfindlichkeit gegen 5-FU oder andere äußerliche Behandlungen hat sich ein Gel mit Hyaluronsäure und dem entzündungshemmenden Wirkstoff Diclofenac als wirksam erwiesen.
Ein anderes Präparat, Imiquimod Creme, wird von Ärzten gerne bei multiplen Keratosen verordnet. Es handelt sich dabei um eine von der amerikanischen Lebens- und Arzneimittelbehörde FDA zugelassene Behandlung für Genitalwarzen, welche die Zellen zur Interferonbildung anregt. Interferon ist eine chemische Substanz, die Krebszellen und präkanzeröse Zellen abtötet.
CHEMISCHES PEELING
Bei dieser Methode wird Trichloressigsäure (TCA) oder ein ähnlicher Wirkstoff direkt auf die Haut aufgebracht. Die obersten Hautschichten schälen sich ab und werden in der Regel innerhalb von 7 Tagen durch neue Epidermis (die oberste, äußerste Hautschicht) ersetzt. Für diese Methode ist ein Lokalanästhetikum erforderlich, das zu vorübergehender Hautverfärbung und Hautreizung führen kann.
LASERCHIRURGIE
Ein Kohlendioxid- oder Erbium-YAG-Laserstrahl wird auf die Hautläsion gerichtet, der die Epidermis und unterschiedliche Mengen tieferliegender Hautschichten entfernt. Diese fein kontrollierte Behandlung ist eine gute Lösung für Hautläsionen an kleinen oder schmalen Körperbereichen. Besonders wirksam ist sie bei Keratosen im Gesicht und auf der Kopfhaut sowie bei der aktinischen Chelitis der Lippen. Eine örtliche Betäubung wird notwendig sein und ein Pigmentverlust ist möglich.
PHOTODYNAMISCHE THERAPIE (PDT)
Die PDT eignet sich besonders gut für Läsionen im Gesicht und auf der Kopfhaut. Die Hautläsionen werden vom Arzt äußerlich mit 5-Aminolävulinsäure (5-ALA) behandelt. Am darauffolgenden Tag werden die behandelten Bereiche einer starken Lichtquelle ausgesetzt, damit die 5-ALA aktiviert wird. Diese Behandlung führt zu einer selektiven Zerstörungen der Lichtkeratosen und greift die angrenzende, gesunde Haut kaum an. Schwellungen sind allerdings häufig.
WAS KANN MAN ZUR VORBEUGUNG TUN?
Die beste Vorbeugung gegen Lichtkeratosen ist der Schutz der Haut vor der Sonnenbestrahlung. Die Skin Cancer Foundation empfiehlt allen, sich die nachfolgenden Sicherheitsvorkehrungen zur Gewohnheit zu machen:
- Jeden unnötigen Aufenthalt in der Sonne vermeiden. Das gilt insbesondere für die Zeiten der intensivsten Sonneneinstrahlung von 10 Uhr bis 16 Uhr.
- Schatten aufsuchen.
- Die Haut durch Kleidung schützen. Tragen Sie einen breitkrempigen Sonnenhut, lange Hosen, ein langärmeliges Hemd, Bluse oder T-Shirt und eine Sonnenbrille mit UV-Filter.
- Verwenden Sie Sonnenschutzmittel mit Sonnenschutzfaktor (SPF) 15 oder höher.
- Meiden Sie Bräunungsstudios und künstliche Bräunungsmittel.
- Setzen Sie Neugeborene nicht der Sonne aus. Babys über 6 Monate können mit Sonnenschutzmittel geschützt werden.
- Zeigen Sie Ihren Kindern, wie sie sich vor der Sonne schützen.
- Untersuchen Sie Ihre Haut einmal im Monat von Kopf bis Fuß.
- Lassen Sie einmal im Jahr eine ärztliche Hautuntersuchung durchführen.
Ärztliche Berater:
Rex A. Amonette, MD
David J. Leffell, MD
Perry Robins, MD
(Dias mit freundlicher Genehmigung von Rex A. Amonette, MD David J. Leffell, MD)
EINE BROSCHÜRE DER SKIN CANCER FOUNDATION
Weitere Informationen und Broschüren erhalten Sie bei:
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