Basalzellkarzinom

Der häufigste Krebs

Das Basalzellkarzinom ist die häufigste Form vom Hautkrebs, die jährlich etwa 800.000 Amerikaner betrifft, und die häufigste Form von Krebs überhaupt. Jede dritte Krebsneuerkrankung ist ein Hautkrebs und die überwiegende Mehrheit sind Basalzellkarzinome, die man auch häufig mit der Abkürzung BCC bezeichnet. Diese Karzinome gehen aus den Basalzellen hervor, die sich auf dem Grund der Epidermis (Oberhaut) befinden.

Bis vor kurzem waren vor allem ältere Menschen betroffen, insbesondere Männer, die viel im Freien gearbeitet haben. Die Zahl der Neuerkrankungen ist in den letzten Jahrzehnten zwar jedes Jahr drastisch angestiegen, aber das Durchschnittsalter bei Ausbruch der Erkrankung ist stetig gesunken. Auch erkranken mehr Frauen am Basalzellkarzinom als früher. Trotzdem bilden Männer weiterhin die weitaus größere Patientengruppe.

DIE HAUPTURSACHE

Langjährige Sonnenbestrahlung ist die Ursache fast aller Basalzellkarzinome, die am häufigsten an den lichtexponierten Teilen des Körpers, wie Gesicht, Ohren, Hals, Kopfhaut, Schultern und Rücken vorkommen. In seltenen Fällen können die Tumoren auch an nicht lichtexponierten Körperstellen entstehen. In Einzelfällen können auch der Kontakt mit Arsen, die Exposition gegenüber Strahlung und Komplikationen nach Verbrennungen, Narben, Impfungen oder sogar Tätowierungen Faktoren sein, die zur Entstehung dieser Hautkrebsform beitragen.

WER IST DAFÜR ANFÄLLIG?

Jeder, der sich über viele Jahre intensiver Sonnenbestrahlung ausgesetzt hat, kann an einem Basalzellkarzinom erkranken, aber Menschen mit heller Haut, blonden oder roten Haaren und blauen, grünen oder grauen Augen müssen mit dem höchsten Risiko rechnen. Auch Personen, deren Beruf einen langen Aufenthalt im Freien erfordert, oder die einen sehr großen Teil ihrer Freizeit mit Sonnenbaden verbringen, sind stärker gefährdet. Auch die geographische Region spielt eine Rolle: Je näher man dem Äquator kommt, desto größer wird die Zahl der Erkrankungsfälle, insbesondere unter hellhäutigen Menschen.

Die Krankheit sieht man bei Kindern selten, und auch bei Teenagern nur gelegentlich. Hautärzte berichten, dass mehr und mehr Patienten im Alter zwischen 20 und 40 Jahren wegen Hautkrebs behandelt werden müssen.

WORAUF IST ZU ACHTEN?

Die fünf typischsten Merkmale des Basalzellkarzinoms sind auf den folgenden Seiten aufgeführt. Häufig treffen zwei oder mehr dieser Merkmale auf einen Tumor zu. Zudem ähneln Basalzellkarzinome manchmal nicht-kanzerösen Hauterkrankungen, wie z.B. Psoriasis oder Ekzem. Nur ein speziell ausgebildeter Arzt, meist ein Dermatologe, kann hier die richtige Unterscheidung treffen.

Prägen Sie sich die Anzeichen für ein Basalzellkarzinom ein und untersuchen Sie Ihre Haut regelmäßig selbst – wenn Sie in die Hochrisikogruppe gehören mindestens einmal pro Monat. Beziehen Sie auch die Kopfhaut, die Rückseite der Ohren, den Nacken und andere schwierig zu sehende Bereiche in die Selbstuntersuchung ein. (Ein Spiegel, in dem Sie sich ganz sehen können, und ein Handspiegel können dabei sehr nützlich sein). Wenn Sie eines der Warnzeichen oder eine Hautveränderung feststellen, gehen Sie sofort zum Arzt.

Die Skin Cancer Foundation rät allen, die Haut am gesamten Körper in regelmäßigen Abständen von einem Dermatologen untersuchen zu lassen. Der Arzt wird das richtige Zeitintervall für die Folgeuntersuchungen festlegen. Das hängt von Ihren speziellen Risikofaktoren, wie z.B. Ihrem Hauttyp, ab und auch davon, in welchem Maß Sie sich in der Vergangenheit der Sonne ausgesetzt haben.

DIE FÜNF WARNZEICHEN DES Basalzellkarzinoms

  • EIN OFFENES GESCHWÜR

    Ein offenes geschwür, das blutet, nässt, verkrustet und sich in drei Wochen oder länger nicht schließt. Ein persistierendes Geschwür, das nicht heilen will, ist ein sehr häufiges Zeichen für das Frühstadium eines Basalzellkarzinoms.

  • EIN RÖTLCHER FLECK

    Ein rötlcher fleck oder ein gereiztes Hautareal, das sich vielfach auf der Brust, an den Schultern, Armen oder Beinen zeigt. Zuweilen ist der Fleck von einer Kruste bedeckt. Er kann auch jucken oder Schmerzen verursachen, und dann wieder ohne merkliche Beschwerden persistieren

  • EIN ROSAFARBENES GESCHWÜR

    Ein rosafarbenes geschwür mit einem leicht erhöhten wulstigen Rand und einer verkrusteten Eindellung in der Mitte. Während das Geschwür langsam größer wird, können sich auf der Oberfläche winzige Blutgefäße zeigen.

  • EINE GLÄNZIGE SCHWELLUNG

    Eine glänzige schwellung oder ein weißlicher oder durchsichtiger Knoten, der oft auch rosa, rot oder weiß sein kann. Die Schwellung kann auch hellbraun, schwarz oder braun sein, besonders bei dunkelhaarigen Menschen, und kann mit einem Muttermal verwechselt werden.

  • EINE NARBENÄHNLICHE FLÄCHE
    Eine narbenähnliche fläche die weiß, gelb oder wachsartig ist und vielfach nur einen schlecht abgegrenzten Rand hat. Die Haut selbst ist glänzend und gespannt. Dieses Symptom ist zwar weniger häufig, kann aber das Vorliegen eine aggressiven Tumors anzeigen.

MÖGLICHKEITEN DER BEHANDLUNG

Nach der Untersuchung durch den Arzt wird zur Bestätigung der Diagnose des Basalzellkarzinoms eine feingewebliche Untersuchung (Biopsie) durchgeführt. Dazu wird ein kleines Stück des betroffenen Gewebes entnommen und im Labor unter dem Mikroskop untersucht. Wenn Tumorzellen vorhanden sind, ist eine Behandlung - in der Regel eine chirurgische - erforderlich. Glücklicherweise gibt es mehrere wirksame Möglichkeiten zur Ausmerzung des Basalzellkarzinoms. Die Wahl der Behandlung ist abhängig von der Art, Größe, Lokalisation und Penetrationstiefe des Tumors sowie vom Alter und allgemeinen Gesundheitszustand des Patienten. Die Behandlung kann fast immer ambulant durchgeführt werden, entweder in der Arztpraxis oder im Krankenhaus. Bei den verschiedenen chirurgischen Eingriffen wird meist ein Lokalanästhetikum verabreicht. Die Schmerzen oder Beschwerden sind bei den meisten Eingriffen gering und starke Schmerzen nach dem Eingriff sind selten.

Chirurgische Entfernung

Der Arzt entfernt den vollständigen Tumor und zur Sicherheit auch einen Teil des angrenzenden intakten Gewebes. Anschließend wird die ausgeschnittene Hautstelle mit einer Naht verschlossen. Das entfernte Gewebe wird an ein Labor geschickt, wo es unter dem Mikroskop feingeweblich untersucht wird, um sicherzugehen, dass alle malignen Zellen entfernt worden sind.

Kürettage und Elektrodesikkation (Elektrochirurgie)

Das kanzeröse Gewebe wird mit einem scharfen ringförmigen Instrument, das man als Kürette bezeichnet, von der Haut abgeschabt. Der Resttumor wird mit einer heißen elektrischen Nadel zerstört und gleichzeitig wird die Blutung gestoppt. Diese Methode kann zweimal wiederholt werden, um die vollständige Entfernung des Tumors zu gewährleisten.

Kryochirurgie

Das Tumorgewebe wird durch Vereisung mit flüssigem Stickstoff zerstört. Die Behandlung kann wiederholt werden, um die vollständige Zerstörung der malignen Tumorzellen zu gewährleisten. Die einfach anzuwendende Kryochirurgie wird in erster Linie bei Patienten mit Blutgerinnungsstörungen oder Anästhetikaunverträglichkeit angewendet.

Strahlentherapie

Bei dieser Behandlung werden Röntgenstrahlen auf die malignen Tumorzellen gerichtet. Die vollständige Zerstörung des Tumors erfordert in der Regel mehrere Behandlungssitzungen, die meist mehrmals pro Woche über mehrere Wochen erfolgen. Die Strahlentherapie eignet sich für Tumoren, die chirurgisch schwer behandelbar sind und für ältere Patienten mit schlechtem Gesundheitszustand.

Mikrochirurgie nach Mohs (Mikroskopisch kontrollierte Chirurgie)

Der Arzt trägt nacheinander sehr dünne Schichten des Tumors ab und untersucht jede Schicht genauestens unter dem Mikroskop. Die Gewebeentfernung wird solange wiederholt, bis die Hautstelle tumorfrei ist. Diese Methode ist die schonendste für das gesunde Gewebe und hat die höchste Heilungsrate. Sie wird meist bei wiederkehrenden Tumoren eingesetzt und bei Tumoren an schwierig zu behandelnden Stellen (wie z.B. an Nase, Ohren und im Augenbereich).

NEUE METHODEN Die Anwendung ist noch nicht sehr verbreitet

Laserchirurgie

Der Tumor wird mit dem Laserstrahl herausgeschnitten oder durch Verdampfen zerstört.

Intraläsionale Therapie

Die Chemotherapie wird direkt in den Tumor injiziert. Verwendet werden Interferon – ein gentechnisch hergestelltes Produkt des menschlichen Immunsystems sowie 5–Fluorouracil (5–FU).

Elektrochemotherapie

Die Krebszellen werden mit kurzen elektrischen Impulsen behandelt, um die Wirkung der chemotherapeutischen Wirkstoffe zu verstärken.

Fotodynamische Behandlung

In den Tumor wird ein fotosensitiver Farbstoff injiziert und er wird dann Licht ausgesetzt.

KEIN LEICHTZUNEHMENDER KREBS

Wenn das Basalzellkarzinom im Frühstadium sofort entfernt wird, ist die Behandlung einfach und es bestehen gute Heilungsaussichten. Je größer der Tumor ist, desto umfangreicher ist die erforderliche Behandlung. Dieser Hautkrebs breitet sich zwar selten aus oder metastatsiert in lebenswichtige Organe, aber er kann das umliegende Gewebe zerstören und zu einem erheblichen Gewebsuntergang und sogar zum Verlust eines Auges, eines Ohres oder der Nase führen.

Wenn nur ein kleiner Tumor entfernt werden muss, ist das Resultat meist kosmetisch durchaus akzeptabel. Das Entfernen eines größeren Tumors erfordert jedoch einen plastischen Eingriff, bei dem ein Hauttransplantat oder Hautlappen eingesetzt wird, um den Defekt zu decken.

DAS RISIKO EINES REZIDIVS

Wenn das erste Basalzellkarzinom diagnostiziert wurde, kann der Arzt unter Umständen einen oder mehrere weitere Tumoren finden. Auch besteht bei Patienten, die ein Basalzellkarzinom hatten, das Risiko, später noch weitere Basalzellkarzinome zu entwickeln, die am selben Ort oder an anderen Körperstellen auftreten können. Basalzellkarzinome auf der Kopfhaut oder an der Nase sind besonders unangenehm. Die Rezidive bilden sich meist in den ersten zwei Jahren nach der Operation.

Sollte das Karzinom wieder auftreten, kann der Arzt beim zweiten Mal eine andere Behandlung empfehlen. Manche Methoden – wie z.B. die Mikrochirurgie nach Mohs – können in solchen Fällen wirksamer sein als andere.

Aufgrund des bestehenden Rezidivrisikos ist es wichtig, nicht nur die behandelte(n) Hautstelle(n) zu untersuchen, sondern die gesamte Hautoberfläche. Der regelmäßige Besuch beim Hautarzt sollte deshalb zur Routine werden.

“Als ich Hautkrebs hatte, sprach ich in LIVE (Fernsehsendung) mit Regis und Kathy Lee darüber. Es war kein lebensbedrohlicher Krebs und so hoffte ich, einige Lacher zu erzielen und gleichzeitig eine Botschaft zu vermitteln.

“Nachdem wir ein lebendiges Beispiel hatten — nämlich mich — schien mir dies eine gute Möglichkeit, Menschen vor den Gefahren von Hautkrebs zu warnen. Mein Karzinom war vollständig entfernt worden. Ich hatte Glück gehabt. Doch nach dieser Erfahrung wollten wir deutlich machen, wie gefährlich diese Krankheit wirklich ist.”
Regis Philbin, Fernseh-Talkshow-Moderator
The 1998 Skin Cancer Foundation Journal

“Ich hatte ein Basalzellkarzinom. Das ist die verbreitetste und am wenigsten gefährliche Hautkrebsform... Ich sage Ihnen das, weil ich weiß, dass die Medizin eine große Kampagne gestartet hat, um die Leute davon zu überzeugen, dass es nicht gut ist, in der Sonne zu braten.”
Präsident Ronald Reagan
August 7, 1985

Eine Broschüre der Skin Cancer Foundation
Ärztliche Prüfer:
Perry Robins, MD, Deborah S. Sarnoff, MD

Wenn Sie weitere Informationen oder zusätzliche Broschüren wünschen, wenden Sie sich bitte an:
The Skin Cancer Foundation
Box 561, New York, NY 10156. E–mail: info@skincancer.org
Copyright © 1986. Überarbeitet 1999. The Skin Cancer Foundation