Sonne & Haut News

Expertenrat: Schwangerschaft und Hautgesundheit

Von der Skin Cancer Foundation Veröffentlicht am: 30. Juni 2026 Zuletzt aktualisiert: Juni 30, 2026

F: Ich bin im zweiten Trimester und die Badesaison steht vor der Tür. Erhöht eine Schwangerschaft das Risiko, Sonnenbrand zu bekommen?

Dr. Sheilagh Maguiness: Eine Schwangerschaft verursacht physiologische und hormonelle Veränderungen, die sich auf die Haut auswirken können. Im Internet kursieren viele Informationen, die behaupten, dass Schwangere ein höheres Sonnenbrandrisiko haben. Aber wissen Sie was? Wie so oft bei medizinischen „Fakten“, die man online findet, gibt es keinerlei Beweise oder Daten, die belegen, dass die Haut in der Schwangerschaft schneller verbrennt oder dass man anfälliger für Sonnenbrand ist. Auch ist kein Mechanismus bekannt, der dies erklären könnte.

Folgendes könnte der Grund sein: Schwangere neigen aufgrund des erhöhten Blutvolumens, hormoneller Veränderungen und des Bedarfs des wachsenden Fötus eher zu Dehydrierung und Überhitzung. Dadurch kann sich Ihre Haut heiß anfühlen, fast wie bei einem Sonnenbrand. Die Hautempfindlichkeit ist oft erhöht, sodass Sie Hitze oder Aufenthalte im Freien in der Sonne schlechter vertragen.

Eine Schwangerschaft birgt jedoch das Risiko für andere sonnenbedingte Hauterkrankungen. Melanome, eine gefährliche Form von Hautkrebs, gehören zu den häufigsten Krebsarten, die während der Schwangerschaft diagnostiziert werden. Es ist bekannt, dass Sonneneinstrahlung bei ihrer Entstehung eine Rolle spielt. Obwohl untersucht wurde, ob auch Schwangerschaftshormone beteiligt sind, gibt es bisher keine Beweise dafür. Der Zusammenhang könnte schlichtweg eine Frage des Zeitpunkts sein; immer mehr Frauen erkranken im gebärfähigen Alter – zwischen 20 und 40 Jahren – an einem Melanom. Möglicherweise kommt es während der Schwangerschaft auch häufiger zu verzögerten Diagnosen, weil Vorsorgeuntersuchungen aufgeschoben werden.

Zweitens können Veränderungen des Östrogen- und Progesteronspiegels die Reaktion der Haut auf UV-Licht so beeinflussen, dass die Anfälligkeit für Hyperpigmentierung, Sommersprossen und Melasma zunimmt. Melasma betrifft bis zu 75 Prozent der Schwangeren und zeigt sich nach UV-Bestrahlung als fleckige, braune Pigmentflecken, meist auf Stirn, Oberlippe und anderen Gesichtspartien. Da diese Hautveränderung bei werdenden Müttern (und Frauen, die hormonelle Verhütungsmittel anwenden) so häufig vorkommt, wird sie auch als „Schwangerschaftsmaske“ bezeichnet. Melasma ist zudem schwer zu behandeln, daher sind Vorbeugung und guter Sonnenschutz entscheidend.

Sie fragen sich also vielleicht, wie man Hyperpigmentierung am besten vorbeugt und die Haut während der Schwangerschaft schützt? Denken Sie daran, dass Sonnenschutz mehr bedeutet als nur Sonnencreme aufzutragen: Schützende Kleidung, Hüte, Sonnenbrillen, Schatten und das Meiden der Mittagssonne, wenn die UV-Strahlung am stärksten ist, tragen wesentlich dazu bei.

Anschließend empfehle ich mineralische Sonnenschutzmittel mit Zink- und/oder Titandioxid als Wirkstoffe. Mineralische Sonnenschutzmittel bilden einen Schutzfilm auf der Haut und blockieren die Sonnenstrahlen physikalisch, im Gegensatz zu chemischen Sonnenschutzmitteln, die UV-Licht filtern. Produkte mit Eisenoxid helfen zusätzlich, sichtbares Licht (von der Sonne, Leuchtstoffröhren, LED-Lampen, Smartphones und anderen elektronischen Geräten) zu blockieren, welches ebenfalls zu Hyperpigmentierung beitragen kann.

Meine Empfehlung für mineralische Sonnenschutzmittel basiert auf den Ergebnissen einer wegweisenden Studie aus dem Jahr 2019, die in JAMA veröffentlicht wurde. Diese Studie zeigte, dass die Haut chemische UV-Filter in Sonnenschutzmitteln aufnimmt, und zwar in höheren Konzentrationen als von der FDA empfohlen. Derzeit liegen uns nur wenige weitere Informationen oder Daten zu den tatsächlichen Auswirkungen vor, wir wissen jedoch, dass einige chemische Inhaltsstoffe von Sonnenschutzmitteln in den Blutkreislauf des Fötus gelangen können.

Ich möchte chemische Sonnenschutzmittel nicht verteufeln; sie sind weit verbreitet und werden von vielen Dermatologen empfohlen. Wie viele Dermatologen sagen, ist der beste Sonnenschutz derjenige, den man täglich und das ganze Jahr über verwendet. Als Kinderdermatologin empfehle ich jedoch aus Sicherheitsgründen mineralische Sonnenschutzmittel für Schwangere und Stillende. Die gute Nachricht: Während ältere mineralische Sonnenschutzmittel oft einen sichtbaren weißen Film auf der Haut hinterließen, gibt es mittlerweile getönte Varianten, die sich an verschiedene Hauttöne und -typen anpassen. – Interview von Beth Janes O'Keefe

 


Sheilagh Maguiness, MDÜber den Experten:

Dr. Sheilagh Maguiness ist Fachärztin für Kinderdermatologie mit doppelter Facharztanerkennung und Leiterin der Abteilung für Kinderdermatologie an der Medizinischen Fakultät der Universität von Minnesota. Sie war außerdem Präsidentin der Gesellschaft für Kinderdermatologie und ist Leiterin der interdisziplinären Klinik für Gefäßanomalien am Universitätsklinikum Minnesota (UMMCH).

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