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F: Schützt eine Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor (LSF) die Haut besser als eine mit niedrigerem LSF? Wie hoch sollte der LSF sein?
A: Ich wünschte, ich hätte eine kurze, einfache Antwort auf diese Frage, aber sie ist etwas komplizierter. Als Dermatologin und Photobiologin habe ich die schädlichen Auswirkungen der ultravioletten (UV-)Strahlung der Sonne auf die Haut sowie die Möglichkeiten zum Schutz davor untersucht. Daher kann ich Ihnen einige wichtige Punkte erläutern, die auch Sie zu einem Sonnenschutzexperten machen werden!
UV-Licht, das nur einen winzigen Bruchteil des gesamten Sonnenspektrums ausmacht, ist für den Menschen unsichtbar, da es kürzere Wellenlängen als das sichtbare Licht aufweist. Innerhalb des UV-Spektrums können zwei Strahlungsarten die DNA in den Hautzellen schädigen und zu Hautkrebs führen: UVB- und UVA-Strahlung.
- UVB-Strahlen sind die Hauptursache für SonnenbrandUVB-Licht führt außerdem zu einer verzögerten Bräunung und trägt zur Hautalterung bei. Diese kürzeren Wellenlängen wirken auf die äußerste Hautschicht und spielen eine Schlüsselrolle bei der Entstehung von Hautkrebs.
- UVA-Strahlen UV-Strahlung verursacht Hautschäden, die zu Bräunung, Hautalterung und Faltenbildung führen. Die etwas längeren UV-Strahlen dringen tiefer in die Hautschichten ein und verursachen dort Schäden. Auch die kürzeren Wellenlängen der UVA-Strahlen tragen zu Sonnenbrand bei.
Wenn UV-Licht auf ungeschützte Haut trifft, beginnt innerhalb von Minuten die Schädigung der DNA in den Hautzellen. Das Immunsystem kann einen Teil dieser Schäden reparieren, jedoch nicht alle. Mit der Zeit können die verbleibenden DNA-Schäden Mutationen verursachen, die zu Hautkrebs führen können. UVA- und UVB-Strahlen bilden ein gefährliches Team. Achten Sie daher auf den Begriff „Breitband-UV-Schutz“ auf der Produktverpackung. Dieser Begriff bedeutet, dass das Produkt Inhaltsstoffe enthält, die sowohl vor UVA- als auch vor UVB-Strahlen schützen. Es ist entscheidend, die Haut vor beiden Strahlungsarten zu schützen.
Was bedeutet SPF?
Der Lichtschutzfaktor (LSF) gibt an, wie viel ultraviolette (UV-)Strahlung nötig ist, um die Haut bei Verwendung einer bestimmten Sonnencreme (großzügig und gleichmäßig aufgetragen und nach zwei Stunden oder nach dem Schwitzen bzw. Schwimmen erneut aufgetragen) zu röten, im Vergleich zu der UV-Strahlung, die die Haut ohne Sonnenschutz rötet. Je höher der LSF, desto besser der Schutz vor Sonnenbrand. Der LSF einer Sonnencreme spiegelt sowohl den Schutz vor UVB- als auch vor UVA- Strahlung wider.
Bedeutet Lichtschutzfaktor 30 nicht, dass ich 30-mal länger draußen bleiben kann?
Das ist leider ein weit verbreitetes Missverständnis. Der Lichtschutzfaktor (LSF) gibt die Stärke des Sonnenschutzfilters an, nicht die Schutzdauer. Er misst, wie viel mehr UVB-Strahlung nötig ist, um geschützte Haut im Vergleich zu ungeschützter Haut zu verbrennen. Ich wiederhole: Er ist kein Zeitmultiplikator.
Eine Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor 30 blockiert etwa 97 Prozent der UV-Strahlen. Das bedeutet aber nicht, dass man 30-mal länger im Freien bleiben kann als ohne. Die UV-Intensität schwankt im Laufe des Tages, und die meisten Menschen verwenden deutlich weniger Sonnencreme als in Labortests verwendet wird. Dadurch wird der Schutz im Alltag stark reduziert. Sonnencreme wird außerdem durch Schweiß, Wasser und Reibung abgebaut. Deshalb ist es unerlässlich, sie alle zwei Stunden erneut aufzutragen, unabhängig vom Lichtschutzfaktor.
Welchen Lichtschutzfaktor sollte ich also wählen?
Unter idealen Bedingungen (wie im Labor) bietet eine Sonnencreme mit höherem Lichtschutzfaktor und Breitbandabdeckung einen besseren Schutz vor Sonnenbrand, UVA-Schäden und DNA-Schäden als vergleichbare Produkte mit niedrigeren Lichtschutzfaktoren.
Doch das wahre Leben ist kein Labor. Die meisten Menschen verwenden nie so viel Sonnenschutzmittel wie empfohlen und vergessen oft Stellen einzucremen. Zudem vermitteln Produkte mit sehr hohem Lichtschutzfaktor häufig ein falsches Sicherheitsgefühl. Wer sie benutzt, bleibt tendenziell viel länger in der Sonne. Das erneute Eincremen wird unter Umständen vergessen. Und man könnte meinen, man brauche weder Schatten zu suchen, noch einen Hut zu tragen oder sich mit Kleidung zu bedecken. Die Folge: deutlich mehr UV-Schäden, was natürlich den Zweck des Sonnenschutzes zunichtemacht.
Die Skin Cancer Foundation empfiehlt für längere Aktivitäten im Freien eine wasserfeste Breitband- Sonnencreme mit einem Lichtschutzfaktor (LSF) von 50 oder höher; für den täglichen Schutz und gelegentliche Sonneneinstrahlung empfiehlt sie einen LSF von 30 oder höher.
Unabhängig vom Lichtschutzfaktor (LSF) ist es wichtig, mindestens 30 Minuten vor dem Aufenthalt im Freien mindestens 30 ml (zwei Esslöffel) Sonnencreme aufzutragen und diese alle zwei Stunden oder nach dem Schwimmen oder Schwitzen erneut aufzutragen. Die unbedeckte Hautfläche ist bei jedem unterschiedlich groß, daher sollte die Sonnencreme dick aufgetragen werden (wie ein dicker Anstrich) und anschließend eingerieben werden.
Menschen mit einer Vorgeschichte oder einem hohen Risiko für Hautkrebs, genetischen Erkrankungen wie Albinismus oder Xeroderma pigmentosum oder bestimmten Immunerkrankungen sollten sich stärker bedecken und die Mittagssonne meiden. Gleiches gilt für bestimmte Situationen, wie beispielsweise Wandern oder Skifahren in großer Höhe oder Urlaub in Äquatornähe.
Sonnenschutz und mehr: Das Fazit
Manchmal merkt man erst beim Stellen einer Frage, dass es die falsche war. Die bessere Frage wäre vielleicht: „Welche Strategie ist am besten geeignet, um meine Haut zu schützen?“
Die Antwort lautet: Es ist wichtig, die eigene Familiengeschichte und die individuellen Risiken zu kennen und sich nicht allein auf Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor zu verlassen. Kein einzelner Sonnenschutz bietet einen hundertprozentigen Schutz. Richtig angewendetes Sonnenschutzmittel ist nur ein wichtiger Bestandteil einer umfassenden Strategie. Dazu gehören auch das Aufsuchen von Schatten und das Tragen von sonnenschützender Kleidung (die Skin Cancer Foundation empfiehlt einen Lichtschutzfaktor von mindestens 50), einschließlich breitkrempiger Hüte und UV-undurchlässiger Sonnenbrillen.
Über den Experten:
Steven Q. Wang, MD, Dr. Wang ist Fachärztin für Dermatologie und Mohs-Chirurgin mit Zusatzqualifikation in diesem Bereich. Sie ist Direktorin der dermatologischen Onkologie und Chefärztin der Dermatologie am Hoag Memorial Hospital Presbyterian in Irvine, Kalifornien. Als eine der führenden Expertinnen des Landes für die Früherkennung, Behandlung und Prävention von Hautkrebs ist Dr. Wang Vorsitzende des Photobiologie-Komitees der Skin Cancer Foundation.




